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'Was eine URL ist, weiß ich doch' denkst Du vielleicht gerade. 'Was
ist daran denn erwähnenswert' meinst Du? Na, wenn Du weißt, was
eine URL ist, dann weiß Du ja auch, wo Dich der Link
http://www.xsurf.net@3226800257
hinführen wird, oder?
Wenn jetzt nicht die Site angezeigt wurde, die Du erwartest hast, sollte Dir
das zu denken geben. Haben Deine Eltern was in Deiner Erziehung vergessen?
Haben sie Dich nicht vollständig aufgelärt? Warum führt der
Link nicht zu www.xsurf.net? Werden hier unlautere Tricks eingesetzt
oder haben wir den 1. April?
Fragen über Fragen, aber vielleicht können wir die ja gemeinsam
lösen. Zumindest ist das ganze kein Aprilscherz, auch, wenn heute der
1. April sein sollte. Gegen den erzieherischen Vaux Pas Eurer Eltern kann ich
allerdings nichts machen. Daß sie versäumt haben, Dich aufzuklären,
mußt Du selbst mit ihnen ausmachen. ;-)
Aber genug geschwafelt - fangen wir mal an, mit der Aufklärung........
Schauen wir uns zunächst mal eine einfache URL an. Wie sich ja bereits bei
den meisten rumgesprochen hat, hat eine URL einen bestimmten Aufbau. Auf die
komplexeren URL's kommen wir später zu sprechen. Vielleicht hab ich die bis
dahin ja auch verstanden. ;-)
Eine relativ einfache URL hat den Aufbau
http://username:passwort@host.subdomain.topleveldomain
Wir schreiben das jetzt mal allgemeiner, um den Aufbau besser zu erkennen:
<protokoll>://[[username][:passwort]@]<domain>
Diese URL besteht aus drei Gruppen, von denen sich einige wiederum in Untergruppen
unterteilen. Der erste Teil ist das Protokoll 'http:', der zweite Teil ist die
Authentication (Authentifizierung) und der dritte Teil die Domain.
Dieser Aufbau gilt zwar nicht für alle Protokolle, aber für die beiden
häufigsten Protokolle 'http' und 'ftp'. Was bedeutet das für das Beispiel
am Anfang dieses Artikels?
Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Teil 'www.xsurf.net' der Username für
die Website 3226800257 ist. Ein Passwort wurde nicht angegeben. Was es mit der Website
3226800257 auf sich hat, werden wir später untersuchen.
Eins zumindest vorweg: Bei der Website 3226800257 ist es nicht erforderlich, sich zu
authentifizieren. Der Authentifizierungsteil (hier nur der Username) werden also vom
Webserver verworfen oder genauer gesagt, nicht berücksichtigt. Wir hätten also
gleich
http://3226800257
schreiben können. Aber auch
http://blindfuchs@3226800257
http://joe:geheim@3226800257
oder
http://@3226800257
zeigen die gleiche Website an.
Wer immer noch denkt, ich arbeite hier mit einem PHP Script im Hintergrund, kann die URL
ja mal direkt in ein neues Browser Fenster eingeben.
Also, der Authentifizierungsteil wird bei Websites, die keine Authentifizierung erfordern,
einfach nicht berücksichtigt. Diesen 'Trick' benutzen die Anbieter von Schmuddelsites
gerne, um ihre wahre Herkunft zu verschleiern. Was hat es aber nun mit der Website
3226800257 aus sich?
Normalerweise wird der Domainname in einer für Menschen lesbaren Form geschrieben, in
unserem Beispiel also http://www.atkearney.de. Der Browser macht nach dem Absenden der Anfrage
erstmal eine sogenannte Namensauflösung. Er versucht also, die zum Domainnamen gehörende
IP-Adresse zu ermitteln. In dem Beispiel mit www.atkearney.de wäre das die IP-Adresse
192.85.16.129. Um dem Browser die Arbeit abzunehmen, hätten wir auch gleich
http://192.85.16.129
schreiben können. Aber eine IP-Adresse merkt man sich natürlich nicht so gut wie einen Namen.
Diese Schreibweise der IP-Adresse nennt man octeted. Für uns Mathematiker. ;-) - Eine IP-Adresse
in octeted Schreibweise ist nichts anderes, als ein in einem Stellenwertsystem notiertes Zahlensystem
mit der Basis 256 und genau vier Stellen. Man kann eine IP-Adresse aber auch zum Beispiel hexadezimal
oder dezimal schreiben. Selbst Kombinationen der Schreibweisen sind möglich.
Wer selber mit dezimalen IP-Adressen experimentieren möchte, findet
hier einen kleinen IP Calculator.
Und genau dies habe ich mir bei der URL vom Anfang des Artikels zu nutze gemacht. Ich habe die
IP-Adresse von www.atkearney.de ermittelt und dies in die dezimale Darstellung umgewandelt. Dann
hab ich einfach einen wie eine URL aussehenden Usernamen (durch '@' getrennt vom Domainteil)
vorangestellt.
Um die IP-Adresse von einem Namen zu ermittlen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine,
die auf den meisten Systemen funktionieren sollte, ist nslookup - ein resolver für
Nameserver. In diesem Fall gibt man also einfach
> nslookup www.atkearney.de
an der Eingabeaufforderung ein.
Ich hab zwar mit der URL am Anfang das wahre Ziel verschleiert, aber es gibt ja auch andere,
durchaus sinnvolle Anwendungsbereiche, den Usernamen oder das Passwort schon in der URL mitzugeben.
Ein Beispiel ist eine Verknüpfung zu einem FTP-Server. Das sollte man natürlich nur
machen, wenn kein Anderer Zugang zum eigenen Rechner hat. Auch muß man bedenken, dass die
meisten Browser eine History-Funktion haben und sich die zuletzt aufgerufenen URL's merken. Der
direkte Aufruf hat also sowohl Vor- als auch Nachteile.
Vielleicht denkst Du jetzt, das probiere ich doch mal mit meiner Site aus. Das muß nicht
klappen, denn wenn Dein Provider mehrere virtuelle Sites unter der gleichen IP-Adresse laufen
läßt, was gar nicht mal so unüblich ist, funktioniert das ganze nicht, da der
Webserver dann nicht weiß, zu welcher Site die IP-Adresse gehört. Unter Umständen
wird eine andere (Default) Site angezeigt.
Wenn Du wissen willst, was man so mit Email URL's machen kann, dann schau Dir den Artikel über
mailto URL's an.
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